Meinesgleichen

Das Bolschewiken-Blattl: Morgen gehört ihm die Welt

Falter & Meinung | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Michael Jeannée nannte den Falter ein Bolschewiken-Blattl. Die FPÖ ändert auf Zuruf folgsam ihre Presseaussendung von "linkes Hetzblatt“ auf "Bolschewiken-Blattl“. Wolf Martin, der Hauspoet mit der "Nase im Wind des Volkes“ (© Helmut Gansterer), widmete der Idee des Bolschewiken-Blattls ein ganzes "Gedicht“ und warf dem Falter vor, "mit List“ zu hetzen. Oliver Pink griff in der Presse die Bezeichnung mit spürbarem Behagen auf und mokierte sich über unseren Ramadan-Bericht - uns seien Religionen bis dato egal gewesen, schrieb er, zumal die katholische. Man muss den Falter nicht lesen, um gegen ihn zu polemisieren, sonst wären Pink nicht Berichte zu den Missbrauchsfällen samt Reportagen aus dem Priesterseminar entgangen; mit der katholischen Kirche hat sich der Falter schon befasst, als der Herr Pink noch nicht einmal im Taufregister stand.

Der Herr Pink weiß das auch, aber er findet es passend, sich in eine rechte Schmutzkampagne einzugliedern, die mit Praktiken arbeitet, die einem aus Zeiten des Dritten Reichs vertraut sind. Fern sei es uns, die Kronen Zeitung als Naziblattl zu bezeichnen. Dieses edle Zentralorgan der Gegenaufklärung (© Franz Schuh) trägt vielmehr dazu bei, dass die Bevölkerung lesen lernt und später auch zum Bolschewiken-Blattl greift. Alles Weltanschauliche ist eh längst erledigt, und selbst die fescheste kleine Hetzkampagne stellt nur mehr eine Parodie nazistischer Glanzzeiten dar. Dankbar kassieren wir den Werbewert.

Quellen:

Wolf Martin: In den Wind gereimt, Krone, 5.8.2011

Oliver Pink: Unser Ramadan, Presse, 5.8.2011


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