Glosse

Kaputtes Parlament: Selten stehen Schein und Sein so nahe beisammen

Parlament: Dachschaden

Falter & Meinung | Wolfgang Zwander | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Wir schreiben das Jahr 2011, Österreich ist eine parlamentarische Demokratie. Warum das wie Science-Fiction klingt? Genau, da war ja was. An der prächtigen Wiener Ringstraße, wo das Parlamentsgebäude vor 128 Jahren erstmals einer Plenarsitzung Platz geboten hat, steht heute nur noch eine marode Bude, deren Dach die Abgeordneten unter sich zu begraben droht.

Wie konnte das passieren? Es trug sich so zu: Während die Regierung für einen Tunnel irgendwo im Süden zehn Milliarden Euro ausgeben wollte, konnte sie bislang keine im Vergleich läppischen 300 Millionen für das Hohe Haus, das Herz der Demokratie, aufbringen. Science-Fiction? Nein. Zeichen eines ernsten Demokratieverfalls? Ja. Kaputtes Parlament in Österreich: Selten standen Sein und Schein so nahe beisammen.


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