London brennt: Raff dir, was du kannst!

Falter & Meinung | Kommentar: Sibylle Hamann | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Das Leistungscredo zerbröselt, in den Armenghettos wie auch in den gläsernen Finanzdistrikten

Stellen Sie sich vor, Sie sind - zum Beispiel - Besitzerin einer kleinen Brautmodenboutique im Londoner Arbeiterviertel Eltham. Ihre Eltern sind vor 30 Jahren aus Bangladesh, Syrien oder Jamaica eingewandert. Die Eltern hatten es nicht leicht, aber sie haben sich selten beschwert. Sie arbeiteten hart, und stets predigten sie den Kindern, was man tun muss, um hier, in London, in der neuen Heimat, Fuß zu fassen: Sei brav, streng dich an, schreib in der Schule gute Noten, achte die Gesetze, sei fleißig. Dann wirst du eines Tages dein eigenes Geschäft aufsperren, einen guten Mann heiraten, einen Hypothekarkredit für eine Wohnung aufnehmen und deine Kinder in bessere Schulen schicken können. Dann wirst du respektiert. Eventuell kannst du dir irgendwann sogar einen Flachbildfernseher, Markenturnschuhe und ein Auto leisten.

Du hast dein Schicksal in der Hand, Leistung zahlt sich aus: Dieser Glaubensgrundsatz


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