Die dunkle Seite der Mozartkugel

Politik | Stadtspaziergang: Joseph Gepp | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Susanne Rolinek deckt Salzburgs verdrängte NS-Geschichte auf. Damit hat sie sich nicht nur Freunde gemacht

Es ist nicht leicht, an einem Sommertag in Salzburg die dunklen Flecken der Geschichte zu erkennen. Zu reizvoll präsentiert sich der Gegensatz zwischen den prächtigen Barockbauten und den dahinter aufsteigenden Felsschluchten und Waldhängen, zu gutgekleidet schlendern Festspielbesucher durch schmale Altstadtgassen, als dass man an verdrängte Erinnerung und schmerzhafte Aufarbeitung denken würde. Auf dem Domplatz befestigen Handwerker gerade die letzten Schrauben an der Stahlbühne des "Jedermann“; und am Horizont hebt sich die Festung Hohensalzburg gestochen scharf vom wolkenlosen Himmel ab.

"Hier zum Beispiel“, sagt Susanne Rolinek und deutet auf eine unauffällige Marmortafel an einer Hausmauer. "Solche Dinge bemerkt man erst, wenn man von ihnen weiß.“ Es ist ein Zitat des zionistischen Vordenkers Theodor Herzl: "In Salzburg brachte ich einige der glücklichsten Stunden


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