Eine Sage aus ferner NS-Zeit, schade, dass sie nicht zutrifft

Politik | Rezension: Thomas Geldmacher | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Ein Wehrmachtssoldat wird zum antifaschistischen Helden, weil er sich weigerte, serbische Partisanen zu töten. Zu schön, um wahr zu sein

Über dem Jugoslawienfeldzug der Wehrmacht im Jahr 1941 hängen nach wie vor Nebelschwaden. Als Standardwerk gilt seit 18 Jahren "Serbien ist judenfrei!“ des Politikwissenschaftlers Walter Manoschek.

Der immer schon etwas abseits gelegene Balkan kann es hinsichtlich seiner NS-historiografischen Popularität nicht mit dem Blitzkrieg oder dem Angriff auf die Sowjetunion aufnehmen. Michael Martens bemüht sich aber in seiner Fallgeschichte "Heldensuche“, einen konkreten Aspekt des Krieges der Wehrmacht am Balkan näher zu beleuchten.

Es geht um eine gut dokumentierte Erschießung. Am 20. Juli 1941 ermordeten Angehörige der 714. Infanteriedivision der Wehrmacht in Smederevska Palanka, einem Dorf südöstlich von Belgrad, 16 jugoslawische Partisanen. Einer der Soldaten hatte seinen Fotoapparat dabei. Auf einem Bild ist ein Mann in Uniform zu sehen, der


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