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Politik | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Pittoreskes Touristenlabsal

Warum ist ein Essay über die unsouveräne Außenpolitik Deutschlands auch für Österreich relevant? Ganz einfach: Weil Karl Heinz Bohrers Kritik auf unsere Republik noch stärker zutrifft als auf den großen Nachbarn.

Ausgehend von einem syrischen Intellektuellen, der Deutschland vorwirft, eine schwerfällige Diplomatie "ohne Ehrgeiz im Großen“ zu sein, hat Publizist Bohrer in der Zeitschrift Merkur einen Text namens "Projekt Kleinstaat“ verfasst. Deutschen Politikern wird darin "bewusster Provinzialismus“ vorgeworfen, Österreich sei ein Land, das seit dem Zusammenbruch seines imperialen Daseins nur noch "ein pittoreskes Touristenlabsal“ sei - völlig unwillig darin, internationale Verantwortung zu übernehmen. Nun könnte man sagen, dass es für die Welt besser sei, wenn sich die Nachfolgestaaten des Dritten Reiches in Zurückhaltung übten. Dem hält Bohrer überzeugend ein Heinrich-Heine-Zitat entgegen, demzufolge "der Deutsche“ jeder politischen


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