Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

In der analogen Steinzeit des Fernsehens erfüllte das TV-Gerät die Funktion eines offenen Kamins. Beispielsweise versammelte sich die Wohngemeinschaft in der Küche um ein uraltes Schwarzweißgerät und hoffte, dass die Wetterlage die Übertragung der zwei Staatsfunkprogramme nicht beeinträchtigen würde. Bei der Übertragung samstagnachmittäglicher, herzerwärmender Serien wie "Melrose Place“ gab man sich mit halbscharfen Bildern zufrieden. Bei wichtigen Fußballübertragungen dagegen musste ein/-e WGler/-in aber mit der Antenne eine Position suchen, die eine bessere Bildqualität garantierte.

Die Geräte sind inzwischen schlanker, und das Programm wird nicht mehr mit dem Abspielen der Bundeshymne beendet. Und dennoch bleibt das TV-Bild immer wieder hängen. Das verzweifelte Rumdrücken auf der Fernbedienung bringt nichts. Und meistens passiert das gerade dann, wenn der Ball auf dem Elfmeterpunkt liegt. Da hilft nur ein analoges Stecker-raus.


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