Technik

Die elegante Symbiose aus Touchscreen und Tastatur

Dinge, die uns brauchen

Medien | Prüfbericht: Thomas Vasek | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Die mechanische Tastatur ist eine kulturelle Errungenschaft, die eigentlich unter Denkmalschutz gehört. Der Siegeszug des Touchscreens ruft in mir den Kulturpessimisten wach: Wer will mit virtuellen Tasten schon Texte schreiben?

Insofern begrüße ich Versuche, die unbestreitbaren Vorteile des Touchscreens mit jenen einer anständigen Tastatur zu verbinden. Dazu gehört das Nokia E7-00 (ab circa 600 Euro). Unter dem 4-Zoll-Display liegt eine vollständige Qwertz-Tastatur, sogar mit Umlauten. Persönlich schreibe ich lieber auf Blackberry-Tastaturen, die mehr haptisches Feedback bieten, aber das ist wohl nur Gewohnheit. Der Aufschiebemechanismus funktioniert gut, nimmt jedoch etwas Spontaneität beim Schreiben; man überlegt sich jede Mail oder SMS zweimal. Dafür kann man das E7-00 wie einen Mini-Laptop benutzen.

Ansonsten glänzt das Teil mit üppiger Ausstattung. Dazu gehören viele Schnittstellen, anständig sind auch die 8-Megapixel-Kamera mit zwei LEDs und der Musikplayer. Für den Businessnutzer ist Quickoffice vorinstalliert. Die Bedienoberfläche wirkt etwas unaufgeräumt, die alte Symbian-Plattform ist halt trotz aller Optimierungen nicht mehr zeitgemäß. Insgesamt kommt das E7-00 ziemlich elegant und wertig daher, wie man es von den Finnen gewohnt ist. Übrigens ist es das wohl letzte Symbian-Smartphone vor Nokias Umstieg auf Windows. Aber hoffentlich nicht das letzte Nokia-Smartphone mit Tastatur.

Thomas Vasek ist Journalist und Buchautor in München


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