"Überraschung: Ich bin ein anderer!“

Feuilleton | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Zwei unveröffentlichte Texte von Franz Schuh, aus dessen neuem Buch "Der Krückenkaktus“

Bei der Psychologin

Der Einzige war ich nicht, aber immerhin war’s bei mir zum ersten Mal. Ich fuhr da hinaus, mit der U-Bahn bis Hütteldorf, von dort musste ich ein Taxi nehmen, um auf einen der Hügel zu kommen. Ich hatte von vielen gehört, die regelmäßig mit der U-Bahn nach Hütteldorf fuhren und dann mit dem Taxi hinauf auf einen der Hügel. Wenn ich früher davon gehört hatte, lachte ich hochmütig - aber das kannte ich ja von mir: diese heillose Arroganz, ein Überlegenheitsgefühl, gegen das ich nicht ankam und das mich auch nicht gestört hätte, wenn nicht fast ein jedes Mal etwas geschah, das meine Arroganz lächerlich machte. Früher zum Beispiel verliebte ich mich und hatte das Gefühl, na, die junge Frau ist mir aber zugetan, die ist mir ja hörig … Und dann stellte sich gleich das Hochgefühl ein, das mir Warnung genug hätte sein sollen. Ein paar Tage noch, und schon ging’s


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