Gestrandet auf der Insel der Seligen

Feuilleton | Buchkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Flüchtlinge kommen nie an: Evelyn Schlags Roman "Die große Freiheit des Ferenc Puskás“ handelt von einer Entwurzelung

Fußballhistoriker seien vorweg gewarnt: Der neue Roman von Evelyn Schlag ist kein Buch über den Jahrhundertkicker Ferenc Puskás (1927-2006) und dessen erstaunliche Karriere zwischen Ungarn, Spanien und einem kurzen Gastspiel beim Wiener Sportclub, nachdem er vom ungarischen Fußballverband 1956 gesperrt worden war.

Obwohl er im Roman nur am Rande vorkommt, steht der legendäre Torjäger trotzdem mit Fug und Recht im Titel, denn er ist der geheime Held des Buchs. Eines verbindet ihn mit den Protagonisten, der nahe der österreichischen Grenze lebenden Familie Földesch: Für beide bedeutet die Niederschlagung des Volksaufstandes in Ungarn 1956 einen massiven Einschnitt in ihr Leben. Zudem gehört der kleine László Földesch zu den glühendsten Verehrern von Puskás’ Ballkunst.

István Földesch, Lászlós Vater, ist keiner, der sich in die erste Reihe drängen und


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