Film Neu im Kino

Nach Johannes: "Wenn das Samenkorn nicht stirbt“

Woche | Michael Pekler | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Der Titel bezieht sich auf eine Stelle aus dem Johannes-Evangelium. Das Weizenkorn müsse sterben, damit es reiche Frucht bringen könne. Vielleicht kann man so eine Verbindung zu den Bildern einer kleinen Holzkirche herstellen, die in Siniša Dragins "Wenn das Samenkorn nicht stirbt“ wiederholt zu sehen sind. Die Kirche steht halb unter Wasser, weil sie einer Sage nach vor langer Zeit in der Donau versunken ist. Franz Buchrieser erzählt ihre Geschichte, wenn er nicht gerade als Fährmann mit kleinem Holzkahn zwischen Rumänien und Serbien unterwegs ist. Hier kreuzen sich auch die Wege zweier Väter: Ein Rumäne möchte seine im Kosovo in die Prostitution getriebene Tochter heimholen, ein Serbe seinen toten Sohn aus Rumänien. Neben den zahlreichen Produktionen, die sich auf eindringliche Weise mit dem jugoslawischen Erbe und der aktuellen Situation auf dem Balkan beschäftigen, wirkt diese Tragikomödie alter Schule beinahe wie ein Relikt aus der Zeit schlechter Kusturica-Filme. Eine skurrile Irrfahrt, die es mit österreichischer Kofinanzierung ins Kino schafft.

Ab Fr in den Kinos


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