Theater Kritik

Szenen aus dem faden Leben: Wanja in Ottakring

Woche | Martin Lhotzky | aus FALTER 33/11 vom 17.08.2011

Das Ambiente im Wiener Volksliedwerk passt hervorragend: Salon mit Spiegelwänden, ein Konzertflügel, schwülstige Lüster, kitschiger Plafond. Wie geschaffen für Tschechows Landsitze seiner stets beinahe bankrotten Gutsbesitzer, weswegen das Arme Theater Wien hier "Onkel Wanja“ spielt, eine der wenigen Tragikkomödien Tschechows, in der niemand stirbt, aber typischerweise auch alle wegwollen, wie immer raus aus ihrem faden Landleben und rein in die Stadt mit ihren Verheißungen. Routiniert und ohne Sperenzchen inszeniert Erhard Pauer diesen Vierakter, dem mehr Streichungen auch nicht geschadet hätten. Jörg Stelling als Wanja und Peter Bocek als Landarzt Astrow dominieren, die Damen sind leider allesamt etwas schwach.

Bockkeller, Fr, Mo, Di, Mi Do 20.00


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