Neu im Kino

Risse vorm Kollaps: Horror "Final Destination 5“

Lexikon | Drehli Robnik | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Die Flucht der Bilder ist die Flucht vor der Revolution und dem Tod“, schrieb der Filmtheoretiker Siegfried Kracauer über "Final Destination 5“. Er schrieb das 1930, also hatte er da wohl eine Vorahnung. So wie jene Ahnungen vom Kollaps diverser US-Massenalltagsinfrastrukturen, mit denen seit elf Jahren jeder Film dieser Horrorreihe beginnt. Diejenigen, die das Initialdesaster (diesmal: Brückeneinsturz) überleben, leiden an survivor’s guilt und seriellem Sterben durch Freakunfälle. Turngerät, Augenlaser, Fabrik, Fritteuse: Alles mutiert zur bizarren Todesfalle, und eine Filmfigur, "Ding unter Dingen“ (Kracauer), ist dazu da, dass irgendetwas sie aufspießt. Ein 3-D-Film mit Gusto, Nebenrollenkomik, Suspense und Sinn für feine Risse, auch jene im Sozialen (krisentodbedrohtes Arbeitsleben). Natürlich ist er niveaulos und bald ohne Puste; aber wer von uns ist das nicht?

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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