Kolumne  

Im befreiten Libyen gilt es nun, Chaos und Kämpfe zu vermeiden

Außenpolitik

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Muammar al-Gaddafis Regime ist offensichtlich bald zu Ende. Der Kampf um Libyens Zukunft aber steht am Anfang und könnte noch manche Überraschungen bringen. Gaddafis Sturz war langwieriger als erwartet, schließlich kam die Eroberung Tripolis’ jetzt aber doch so rasch, dass viele Fragen, wie das befreite Libyen aussehen soll, offen sind.

Vor 41 Jahren hatte Gaddafi in einem Militärputsch die Monarchie gestürzt und seither ein skurriles Gebilde aufgebaut, das er mit antiimperialistischer Rhetorik umgab und immer mehr zu seiner persönlichen, brutalen Diktatur machte. Mit einer Erdöl-Tagesproduktion von zwei Milliarden Barrel spielte er eine Hardliner-Rolle in der Festlegung der Energiepreise für die westlichen Industriestaaten. Als Drahtzieher im internationalen Terrorismus und mit seinen Atomwaffen-Plänen wurde er zum globalen Enfant terrible. Bis er vor fünf Jahren eine Wende vollzog, sich den internationalen Spielregeln unterwarf und am Mittelmeer die Rolle des Wachhunds gegen


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