Digitalia

IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Ich bin fast schon ein Messie. In meinem Büro stapeln sich die Unterlagen, mein Schreibtisch erinnert an den Turmbau zu Babel. Die Schubladen sind ein Wirrwarr an wichtigen Dingen, unwichtigen Dingen und Schrott. Ordentlichkeit ist etwas für Menschen mit zu viel Freizeit, behaupte ich, um von meiner eigenen Unordentlichkeit abzulenken. Nur in meinem digitalen Leben ist das anders. Auf meinem Computer räume ich total gerne auf.

Ich fühle mich richtig befreit, wenn ich meinen Desktop gesäubert und den Papierkorb per Mausklick geleert habe. Das gibt einem das angenehme Gefühl, man hätte all den Ballast des Alltags abgeworfen. Komischerweise habe ich diesen Putzfimmel nur im digitalen Leben, niemals im analogen. Vielleicht machen mich Computer zu einem besseren Menschen. Vielleicht liegt es daran, dass man den Laptop ohne körperlichen Einsatz aufräumen kann. Hach, wie schön wäre es, könnten wir auch per Mausklick Fenster putzen und Geschirr abwaschen!


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