Liebe ist Anarchie“

Feuilleton | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Otto Lechner und Anne Bennent übersetzten einen altpersischen Dichter in ein berückendes Hörbuch

Hörerlebnis: Andreas Felber

Am Beginn steht ein zwölftöniger Gitarrencluster. Und dann ist da erst einmal nur die Stimme Anne Bennents, die von der erschütternden Wiederbegegnung Madschnuns mit seinem Vater erzählt, einem letzten Versuch der Heimholung, der freilich den endgültigen Abschied bedeutet. Die traurige Gestalt Madschnuns, des "Verrückten“, lässt sich nicht mehr rückführen in genormte Bahnen. Hat er doch sein Leben längst der unerfüllbaren Liebe zu Leila verschrieben.

Nur langsam finden nach dieser heftigen, dramatischen Implosion des Beginns Musik und Text zueinander, anfangs beinahe zögerlich, dann erheben der marokkanische Sänger Kadero Rai und sein palästinensisch-libanesischer Kollege Marwan Abado ihre Stimmen, kontrapunktieren Saxofonist Georg Graf, der Gitarrist Karl Ritter und die Gitarristin Miki Liebermann sowie Saz-Spieler Düzgün Celebi den Fluss des Gesprochenen.


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