Max-Reinhardt-Seminar, Sommersemester

Feuilleton | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Thomas Oberender leitete fünf Jahre lang das Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele. Das Beste kam zum Schluss

Bilanz: Wolfgang Kralicek

Fast wäre Thomas Oberender grußlos vorbeigegangen. Der Schauspielchef der Salzburger Festspiele ist aber nicht unhöflich, nur etwas gedankenverloren. "Ich hab schon den Tunnelblick!“, meint er entschuldigend. Der Witz daran: Er sagt das in einem Tunnel. Wir befinden uns in einem jener feuchten Stollen, die den Salzburger Mönchsberg unterhöhlen.

Oberender ist der Hans-Guck-in-die-Luft unter den Intendanten. Auf dem glatten Parkett der lauten, glitzernden und auch etwas halbseidenen Festspielgesellschaft schien sich Doktor Oberender (Dissertationsthema: Botho Strauß) all die Jahre nie sonderlich wohlzufühlen.

Lieber als Sponsorenempfänge zu besuchen, organisierte er Gespräche mit Dichtern und Denkern. Und anders als seine Amtsvorgänger ist er weder ein Regie-Alphatier wie Peter Stein oder Martin Kušej noch ein mit allen Wassern gewaschener


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