Neue Bücher 

Feuilleton | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Kurz besprochen: Saramagos letzte Werke (und eines von Lobo Antunes)

Versatzstücke

António Lobo Antunes: Drittes Buch der Chroniken. Dt. v. Maralde Meyer-Minnemann. Luchterhand, 320 S., € 11,40

Ausnahmeautor Lobo Antunes legt einen weiteren Band seiner gesammelten Zeitungskolumnen vor. Es sind sehr persönliche, detailverliebte Versatzstücke seiner Lebenserinnerungen, die aber auch zu einem tieferen Verständnis seines anspruchsvollen Romanwerks beitragen. Darüber hinaus erlaubt der Autor einen Blick in seine Werkstatt und berichtet vom mühevollen Akt des Schreibens wie auch über den magischen Moment, "in dem das Buch sich fast gegen meinen Willen allein zu formen beginnt“.

Allgegenwärtig ist die Angst vor dem Tod, ein Trauma, das von einem Einsatz im Kolonialkrieg in Angola herrührt: "Noch heute weiß ich nicht, was sterben bedeutet.“ Im Angesicht des unlösbaren Dilemmas des Älterwerdens wird eine Umwertung vollzogen, die sogar das eigene literarische Vermächtnis nichtig


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