Stadtrand 

Rauchen am Flughafen: Wo bleibt die Würde?

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Tiz Schaffer | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Wenn man vom Bukarester Flughafen Henri Coanda˘ den Flieger nach Wien besteigt, dann findet man vor den Boarding-Gates eine kleine, aber durchaus feine Smoker’s Lounge. Eine Box also, wo sich kurz vor Abflug noch ein Kippchen schmauchen lässt. So, wie sie gestaltet ist, darf von Design gesprochen werden. Sicher nicht von einer Güte, dass es in einem einschlägigen Führer Furore machen würde, aber zumindest hat sich hier jemand Gedanken gemacht.

In Schwechat hingegen erwartet den Raucher ein Glaskasten, besser gesagt, ein Pferch. Er ist die Antithese zur Box in Bukarest, Osten vor der Wende ist nix dagegen. Lieblos und schmal dimensioniert. Ein junger Bursche frönte dort seiner Sucht, ich wies meine Begleiterin auf das Raucherghetto hin. Der Bursche meinte wohl, mein Fingerzeig gelte ihm, betreten neigte er sein Haupt, er schämte sich. Was ein Pranger ist, wusste er sicher aus dem Geschichtsunterricht. Es gibt doch auch erzieherische Maßnahmen, bei denen man seine Würde nicht verliert, oder?


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