Was fährt denn da?  

Per Anhalter zum Tahrir-Platz

Mobilitätskolumne

Stadtleben | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Reisebericht: Stefan Hayden

Lang ist es her, dass an den Straßenrändern buntes Volk stand, die Daumen in den Wind streckend, um einen Unbekannten anzuhalten und ein Stück weit mit ihm zu reisen. Mittlerweile sind Tramper von den Straßenrändern weitgehend verschwunden: Billigflieger, Mitfahrbörsen im Internet und Ferientickets der Bahn haben jener Reiseform, die jahrzehntelang als Versinnbildlichung der Freiheit galt, den Garaus gemacht. Heute wie damals ist Trampen eine kostengünstige und umweltfreundliche Fortbewegungsweise: Grund genug für einen Selbstversuch.

Geplanter Abfahrtsort ist Wien-Penzing, Reiseziel ist der Linzer Hauptbahnhof. Es dauert nicht länger als das Warten auf eine U-Bahn, schon hält ein Auto an. Es ist ein weißer, klappriger VW-Kombi. Der Fahrer winkt und lenkt abrupt auf die Abbiegespur. Ein älterer, stämmiger Mann mit Schnauzbart sitzt am Steuer. Die Windschutzscheibe des Wagens ist verschmiert, im Auto liegen leere Becher, ein Energydrink-Fläschchen


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