Prost!  

Nach jeder Katastrophe kommt das Gute: das Wasser nach dem Brand

Lexikon der Getränke. Diese Woche:

Stadtleben | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

In den letzten Wochen wurden gar intensiv kleine Verpackungsformate samt flüssigem Inhalt zum Thema gemacht. Nun steht ein Getränk von der anderen Seite des Spektrums im Rampenlicht - das Wiener Leitungswasser. Bekanntlich folgt auf jedes Unglück die Investition in eine neue Infrastruktur. In Wien war es der Großbrand im Jahr 1525, der deswegen so viel Schaden anrichtete, weil nicht genügend Löschwasser herbeigeschafft werden konnte. Dies führte zum Bau der Hernalser Wasserleitung, die jedoch noch nicht so dimensioniert war, dass sie alle Einwohner versorgen konnte. Die Wassermänner und Wasserfrauen verkauften trotzdem weiterhin eifrig und kübelweise ihr flüssiges Produkt. Nach mehreren Versuchen, eine umfassende Lösung mit stadtnahem Wasser zu finden, beschloss man 1864 den Bau der I. Wiener Hochquellenwasserleitung, die bis zu den Quellen des Rax-Schneeberg-Gebietes gelegt wurde. Aus dem steirischen Salzatal kommt das Wasser der im Dezember 1910 feierlich eröffneten II. Wiener Hochquellenleitung, die Kaiser Franz Joseph mit einem edlen Kristallkelch anzapfte. Dieses Hochquellwasser hat den Ruf, hervorragend zu sein. Im Vergleich zu Trinkwasser aus dem Grundwasser muss es sich nicht mit den Rückständen aus der Landwirtschaft (Düngung, Schädlingsbekämpfung) schmutzig machen. Dafür beneiden uns so manche Menschen mit eigenem Brunnen. Ausgestattet mit einer Sodamaschine kann man sich sogar das lästige Mineralwasserflaschenschleppen ersparen. ms


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