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Wirtschaftskompetenz jetzt!

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 34/11 vom 24.08.2011

Liegt es an der Größe der Stadt? Da kommt ein unbekannter Investor, verspricht das Blaue vom Himmel und wird gleich vom Bürgermeister empfangen. Dass alles vielleicht nicht so ganz stimmt, dass der Investor doch nicht sein ganzes Vermögen in Graz loswerden möchte, auf diese Idee kommt er zunächst einmal gar nicht.

So geschehen im Fall Douglas Fernando. Der mag zwar ein guter Katholik sein - sein Plan, ohne massive Liquidität die Grazer Reininghaus-Gründe zu entwickeln, durfte von Anfang an als wirtschaftlich fragwürdig gelten (Falter 3/2011). Dass er dann noch praktisch das ganze Vermögen seines Petruswerks in das Grundstück investieren würde (Falter 11/2011) war noch fragwürdiger. Und als er dann angab, mehr als 30 Prozent Steuern für den Grundkauf allein berappen zu müssen (Falter 26/2011), zumindest um einen Faktor drei zu hoch gegriffen, dann war das schon ziemlich jenseits. Acht Monate kam Fernando aber mit seiner Geschichte durch. Erst vergangene Woche erklärten Krone und Kleine unisono, dass es - Überraschung! - wohl nichts werde mit Douglas und den Reinighaus-Gründen.

Die aktuelle Causa verdeutlicht aber nicht nur Defizite im lokalen Wirtschaftsjournalismus. Erstaunlich ist, dass Entscheidungsträger wie Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) unrealistische Businesspläne ohne Widerspruch hinnehmen. Dabei hat Nagl doch irgendwann einmal Betriebswirtschaft studiert. Vielleicht erinnert er sich ja an die Grundlagen seines Studiums. Dann könnte er bei einer seiner Pressekonferenzen sich selbst und gutgläubigen Journalisten eine wertvolle Lektion erteilen.

Herwig G. Höller sitzt in allen Ressorts im Steiermark-Falter


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