Kolumne

Der Sieg der Rebellen in Tripolis ist ein politischer Meilenstein

Außenpolitik


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Libyen war für die arabische Welt nie besonders wichtig. Der als exzentrisch bis verrückt geltende Gaddafi wurde allseits belächelt. Trotzdem ist der Sieg der Rebellen in Tripolis ein politischer Meilenstein. Wie bei anderen historischen Revolutionen, ob 1848, 1917 oder 1989 in Europa, hatte sich der Funke der Revolte von Nordafrika in die gesamte Region ausgebreitet. Aber ein konterrevolutionäres "Roll back“ blieb ständige Bedrohung. Mit der Vertreibung Muammar al Gaddafis von der Macht ist nach Ben Ali in Tunesien und Hosni Mubarak in Ägypten eine dritte Zentralfigur des alten Herrschaftssystems gestürzt. Ein regionales Comeback der Diktaturen wird jetzt um vieles weniger wahrscheinlich.

Im Gegenteil: Dass sich auch Gaddafi trotz des massiven Einsatzes militärischer Gewalt nicht retten konnte, erschüttert die Strategie Bashar al Assads in Syrien. Die Hardliner in Damaskus müssen erleben, dass Kriegsmaßnahmen gegen die Opposition zu einem viel radikaleren Bruch führen können

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