Nachgesehen

Nach Geiselnahme: Pressesperre für Mitarbeiter im Parlament

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Sebastian huber | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Im Besucherzentrum des Parlaments plaudern Touristen, Fotoapparate klicken. "Einen Moment.“ Der Security-Mitarbeiter klemmt den Hörer zwischen kahlgeschorenen Kopf und Schulter und fragt im Sicherheitsbüro nach. "Totale Pressesperre“, sagt er nach dem Telefonat.

Wo sonst viel geredet wird, ist man seit der Geiselnahme eher schweigsam. Am vergangenen Samstag, gegen 13 Uhr, stürmte ein mit einem Buttermesser bewaffneter Mann ins Besucherzentrum des Hohen Hauses. Wie wild tobte dort der iranische Asylwerber, warf mit Steinen, verlangte mit Bundespräsident Heinz Fischer zu sprechen. Schließlich nahm er eine Mitarbeiterin des Sicherheitsdienstes als Geisel und verschanzte sich. Nach 20 Minuten konnten ihn Beamte der Spezialeinheit WEGA überwältigen. Verletzt wurde niemand.

Wie trotz Kontrollen ein Einzeltäter samt Buttermesser die Sicherheitsmannschaft des Parlaments überrumpeln konnte, wird gerade geprüft.


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