Wir Untergeher

Medien | Essay: Philipp Blom | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Breaking News hetzen uns 24 Stunden von Desaster zu Desaster und versetzen uns in permanente Hysterie. Warum sie trotzdem das Wesentliche ausblenden

Das Sommerloch ist ausgefallen dieses Jahr, wegen Weltgeschichte. Fukushima, arabischer Frühling, Finanzkrise, Libyen, London, Hungerkrise, Hurrikan - es sind genug Nachrichten für alle da. Beeindruckend dabei waren nicht so sehr die Panoramen von Mächten und Menschen, die sich entfaltet haben, sondern die konstante Hysterie der Berichterstattung. Katastrophen, Krisen und Kriege werden live aufbereitet, atemlos bis zum Anschlag. Der Spiegel hat auf seiner Website einen Libyen-Liveticker, auf dem sich jedes Gerücht und jede Explosion in Echtzeit mitverfolgen lassen.

Keine Nachrichtensendung ohne Schaltung zu einem Auslandskorrespondenten, der vor einem zerstörten Haus oder einem brennenden Auto steht und mit ernster Miene berichtet: Nein, er habe keine neue Information, aber es gebe Gerüchte. Menschen auf der Straße werden für Soundbites


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