Stil

Das kommt gar nicht in die Tüte!

Zum Schulanfang

Stadtleben | Stilkritik: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Eigentlich müsste es ja "Stanitzel“ heißen hierzulande und nicht "Tüte“. Schließlich sagt man hier ja auch "Taferlklassler“ und nicht "Erstklässler“. Und die bekommen zum Start ihrer Schulkarriere - nächste Woche ist Schulanfang! - fast schon traditionell eine Schultüte mit auf den Weg. Sogar in Österreich.

Wobei: So wahnsinnig traditionell ist die Schultüte hier auch wieder nicht. Während in Deutschland, wo der Brauch mit dem zuckerlgefüllten Pappendeckelkegel angeblich bereits im 19. Jahrhundert erfunden wurde, jedes Kind auf seinem "Mein erster Schultag“-Foto eine meist recht großzügig bemessene Tüte in den Händen hält, ist diese in Österreich erst seit ein paar Jahren wichtiges Accessoire für den Anfang vom Ernst des Lebens.

Der Inhalt folgt dabei der Form: Zeige mir deine Schultüte, und ich sage dir, wie deine Eltern (oder Großeltern) so drauf sind. In manchen Kreisen müssen sich künftige Schulkinder an ihren letzten Kindergartentagen ihre Tüte selbst


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