Prost!

Apfelsaft unaufgeregt: am besten selber mischen

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Grannys still

Stadtleben | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Im Gasthaus lässt man sich gern mal einen Apfelsaft gespritzt mit Leitungswasser ausschenken. Die ungelöste Debatte rund um die Bezahlung von Leitungswasser im gastronomischen Betrieb lässt ob der Mehrarbeit für den Kellner denselben argwöhnisch gegenüber dem Kunden werden. Auch hier teilt sich sodann die Welt in zwei Lager: Man gerät unter Verdacht, entweder ein Geizhals oder ein Mensch mit Hang zu bösen Winden zu sein.

Aber es soll auch Leute geben, die das erfrischende Erlebnis von Kohlensäure einfach nicht als solches wahrhaben wollen. Believe it or not! Es geht um das neue Produkt der niederösterreichischen Firma Radlberger: Grannys still. Sehr unaufgeregt kommt es daher. Was in der Filmkritik ein Vokabel für den Ausdruck des Wohlwollens ist, weist auf dem Getränkesektor darauf hin, dass hier Schmalhans Küchenmeister ist.

Ja, es ist gut, dass dieser Apfelsaft ohne künstliche Geschmacksstoffe auskommt, dem stillen Wässerchen keine künstlichen Süßstoffe zugesetzt wurden und er auch keine Konservierungsstoffe beinhaltet. Aber "ganz ehrlich“, mit dem Punkt "nur natürliche Inhaltsstoffe“, das geht wirklich zu weit: Wo stehen bitte die Angaben für Pestizide und Schwermetalle? Wo ist die Angabe für den CO2-Fußabdruck? Solange diese Angaben nicht verpflichtend sind, sollten sich Firmen auch nicht mit Attributen von Natürlichkeit schmücken.

Einmal kaufen und zu Hause mit Apfelsaft und Leitungswasser immer wieder auffüllen - für unterwegs! ms


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