Menschen

Falters Zoo | Christopher wurmdobler Ingrid brodnig | aus FALTER 35/11 vom 31.08.2011

Unverbohlen

Was haben Jessica Schwarz und Simon Schwarz gemeinsam? Also außer dem Nachnamen und der Tatsache, dass beide in Filmen zu sehen sind. Na? Beide hatten Wien-Premiere mit zwei verschiedenen Filmen. Während Frau Schwarz "Das Lied in mir“ präsentierte, ein Vater-Tochter-Entführungs-Psycho-Drama, das in Argentinien spielt, bleibt Herr Schwarz in Österreich. Gemeinsam mit Anna Unterberger und Nicholas Ofczarek kam man zur rot beteppichten Gartenbaukino-Premiere von Peter Payers neuestem Thriller "Am Ende des Tages“, in dem jemand (Schwarz) böse von seiner Vergangenheit (Ofczarek) eingeholt wird. Trotz allem besonders hübsch: das Filmplakat mit der stark behaarten Männerbrust (Ofczarek?), darauf das Goldketterl mit dem Schriftzug "Manuela“. Fast wie bei Modern Talking.

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Wobei: Bei Modern Talking, dem Klanggrauen aus den 80ern, stand "Nora“ auf einer Brust. Einer Hühnerbrust. Und die gehörte auch nicht Dieter Bohlen. Aber es wär wegen der Überleitung. Bohlen, den sie bizarrerweise immer "Poptitan“ nennen, war in Wien, wo er - gemeinsam mit Jury-Kolleginnen Motsi Mabuse (?) und Sylvie van der Vaart (Fußballergattin, glauben wir jedenfalls) für den deutschen Fernsehsender RTL "Das Supertalent“ suchte. Ausgerechnet im Volkstheater, das aus diesem Grund tagelang ausverkauft war, weswegen Ausnahmezustand herrschte. Hausherr Michael Schottenberg ließ vermelden, dass er sich sicher sei, "dass Dieter Bohlen mit seiner sensationellen Show das Volkstheater rocken wird“ und fand das Ganze "sehr spannend“. Das erklärt jetzt einiges. Wie man sich nach dem Talentesuchwochenende, nach "Dieter, Dieter“-Chören und Straßensperrungen überzeugen konnte, steht das Haus noch. Sensationell.

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Sensationell fanden wir auch die Antwort eines Wiener-Linien-Beraters auf die Frage, wieso es denn keine Shuttle-Bus-Verbindung zwischen den einzelnen Programmorten des Gürtel-Nightwalks gäbe: "Entweder Sie nehmen die Linie E“, sprach der freundliche Herr, "oder Sie gehen zu Fuß. Es heißt ja schließlich Nightwalk.“ Genau. Nachtbus und -U-Bahn fahren woanders, da hat’s einer echt kapiert. Volles Programm und volle Häuser also bei der jährlichen Nachtwanderung entlang des Gürtels. Wetterbedingt spielte sich die Veranstaltung hauptsächlich in den dort ansässigen Lokalen ab. Im Rhiz trafen wir Popjournalist Philipp L’Heritier, der sich dort als DJ betätigte. Um eine Einschätzung der Lage gebeten, wollte sich der Monsieur nicht äußern. Das einzige Wort, mit dem wir L’Heritier nach einem etwa zehnstündigen Gespräch zitieren dürfen, lautet: "Funky“. Funky.

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Zeitgleich mit dem Gürteldings fand beim Riesenrad eines von zwei Anlasskonzerten von Ostbahn-Kurti statt. Zum 20-Jahre-Open-Air-Jubiläum ließ Willi Resetarits nochmal sein altes Alter Ego aus dem Sack und spielte im echten Blitzlichtgewitter die Hadern von damals. Ein Comeback auf Raten? Allein wegen der Kurti-Koteletten wär’s zu begrüßen.

Achtung!

Schach/Rätsel finden Sie ab sofort in der Falter:Woche auf Seite 38

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


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