Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Chefredakteurs

Wolfgang Schüssel geht. Zwischenbilanz einer Ära


Armin Thurnher
Falter & Meinung | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

W olfgang Schüssel hat ein ausgeprägtes Gefühl für Stil, das ihn in entscheidenden Augenblicken gern verlässt. Der Wendekanzler setzte sich neben Jörg Haider in den Porsche - das Bild verfolgte ihn jahrelang -, und er gab seinen Rücktritt als Nationalratsabgeordneter in den Büroräumen der PR-Firma seiner ehemaligen Pressesprecherin bekannt. Es gibt auch korrekte PR-Agenturen, gewiss. Aber gerade in einer Zeit, da Lobbyismus und Korruption beinahe Synonyme geworden sind, fragt man sich, warum Schüssel nicht ein Lokal des Parlaments wählte, um seinen Abschied öffentlich zu machen.

Dieser Abschied ist eine direkte Folge der Affären, in die Minister seiner Regierung verstrickt sind: die Buwog-, die Telekom-Affäre und Affären, mit denen wir im Zug der fälligen Generalabrechnung demnächst noch vertraut werden. Mit all dem will Schüssel nun nichts zu tun gehabt haben. Beim Wort Eurofighter in der Abschiedspressekonferenz reagierte er brüsk; die größte Affäre seiner Ära

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