Selbstbedienung im "Unternehmerstaat“

Falter & Meinung | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Beim Telekom-Skandal geht es nicht mehr um ein paar Millionen Euro, sondern um den Glauben an das Land

Kommentar: Wolfgang Zwander

Peter Hochegger, mutmaßlicher Schwarzgeld-Hermes der schwarz-blau-orangen Regierung, traf jüngst im ersten Wiener Bezirk auf einen alten Bekannten, der ihn fragte, was da bei der Affäre um die Telekom Austria wirklich passiert sei. "Ich bin einfach zu gierig geworden“, habe der Lobbyist geantwortet.

Nach den Causen Eurofighter und Immofinanz, Buwog und Hypo Alpe Adria sah es kurz so aus, als seien nun alle Skandale aus der Zeit von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) bekannt. Die Telekom-Affäre widerlegt diese Hoffnung: In ihrem Sog kommen täglich neue dubiose Details ans Licht der Öffentlichkeit, die ein immer schärferes und unappetitlicheres Bild der Wendejahre zeigen und die den Ex-Kanzler nun auch sein Nationalratsmandat gekostet haben.

Politische Beobachter fragen zu Recht: War die Ära Schüssel letztlich nur ein kleptokratisches Unternehmen?

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