Kolumne Außenpolitik

Der Kolonialismus aus dem 21. Jahrhundert: Land-Grabbing

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Die Finanzkrise hat das Thema in den vergangenen Jahren aus der Öffentlichkeit verdrängt, hinter den Kulissen aber vollzieht sich eine Verschiebung riesiger Dimensionen: Agrarland, zehnmal so groß wie die Gesamtfläche Österreichs, ist von internationalen Konzernen, staatlichen Fonds oder privaten Investoren aufgekauft oder gepachtet worden. Vorwiegend in Entwicklungsländern Afrikas, Lateinamerikas und Südostasiens, wo der Landwirtschaft Kapital für eine Modernisierung der Produktion fehlt und steigende internationale Lebensmittelpreise zur Überlebensfrage werden.

Zuverlässige Zahlen über die Deals sind selten, nur im internationalen Waffenhandel geht es noch verschwiegener zu. Selbst die Weltbank, die den Landkäufen nicht grundsätzlich ablehnend gegenübersteht, bekommt kaum Zugang zu den Daten. Was darauf hindeutet, wie explosiv das Thema ist, wie riesig die Geschäfte und wie unfair die Verträge. Zweimal in den vergangenen vier Jahren sind die Lebensmittelpreise in die Höhe


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