Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Flüchtlinge: Verfolgungsjagd am Döblinger Donauufer

Politik | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Katharina Mittelstaedt

Als Gerda Walchshofer am 31. August wie jeden Tag seit 27 Jahren ihr Beisl aufsperrte, hätte sie es nicht für möglich gehalten, dass noch am selben Tag ihr Klo auf versteckte Flüchtlinge durchsucht würde.

Um acht kamen Spaziergänger, die ihr von Fremden hinten an der Donau erzählten. Barfuß seien die, ihre Habseligkeiten in Plastiksäcken. Da sei sie neugierig geworden - im Gebüsch konnte sie dunkle, verschüchterte Gesichter erspähen. Gegen neun wurde es turbulent: Polizeiautos und sogar ein Hubschrauber hätten die Gegend abgesucht. "Frauen, Kinder, ganze Familien flohen vor den Polizisten.“

Am selben Tag berichtet die Polizei, dass 35 Flüchtlinge aus Indien, Afghanistan und Pakistan und zwei mutmaßliche Schlepper gefasst wurden. Wie sie in die Döblinger Kuchelau kamen, ist bislang ungeklärt. "Mir tun die leid“, sagt Walchshofer. "Sie haben ihr ganzes Geld in ein besseres Leben investiert, und jetzt werden sie vermutlich abgeschoben.“ F


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