Mediaforschung Nachfragekolumne

Herr Holaschke, warum fotografieren Sie Ihre Kunden?

Medien | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Wer träumt nicht davon, einmal das Cover eines Werbekatalogs zu zieren? Jene, die unglücklicherweise "keine Modelmaße“ haben und auch sonst eher normal aussehen, können sich dies nun mithilfe des schwedischen Möbelhauses Ikea zumindest vorstellen. "Wir haben für dich eine Wohnzimmerkulisse aufgebaut“, hallt es in gewohnt jovialer Manier durch die Gänge der heimischen Filialen.

Man möge möglichst viele Freunde oder Familienmitglieder zum Shooting ins potemkinsche Wohnzimmer bringen. Selbige Kulisse wird - wenn auch ohne die jeweils Abgebildeten - das Cover des nächstjährigen Ikea-Kataloges zieren.

Am 22. August startete Ikea die Kampagne. Die Laienmodels bekamen vor Ort einen Abzug für das Familienalbum in die Hand gedrückt. Soll die Aktion etwa dem Ruf von Uniformität und Massengeschmack entgegenwirken, den Ikea für manche hat? Nein, antwortet Paul Holaschke, Leiter der Kampagne. Ikea wolle den Kunden lediglich ein Goodie bieten. "Einen relevanten Vorteil ziehen wir aus dieser Kampagne nicht.“

Nach Ablauf der Aktion vergangenen Samstag wurde trotzdem ein Siegerfoto prämiert - jenes mit den meisten abgebildeten Personen drauf. Sie gewannen je einen 50-Euro-Gutschein.

"Uns geht es in erster Linie um die Kundenanbindung“, erklärt Holaschke. "Wir hoffen, dass die Ikea-Kataloge durch diese Aktion länger in den Bücherregalen der Endverbraucher stehen und sie somit öfter an die Marke Ikea erinnert werden.“

Wenn die Laienmodels dann auch noch eine Weile durch den Ikea schlendern und wenn die Regale, in denen die Kataloge zu Hause aufbewahrt werden, Billys sind - umso besser. Dann hat Ikea aus der Aktion doch noch einen Vorteil erzielt. Sahel Zarinfard


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