Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Neuerdings heißt es ja, dass das Klischee vom Unterschichtenfernsehen nicht stimmt, im Gegenteil. Der Geistesadel konsumiert Trash wie die "Die Alm“ (Pro 7, wochentags um 22.15 Uhr), die Hackler dagegen schalten auf Nachrichten- und Historykanäle, wenn sie aus der Fabrik nach Hause kommen.

Wenn diese Statistik stimmt, dann hatte die ARD am vorletzten Montag ein Massenpublikum. An diesem denkwürdigen Tag waren alle künstlerischen Kräfte versammelt, um einen Abend des Anti-"Alm“-Fernsehens zu feiern. Drei Arthouse-Regisseure suchten in der Trilogie "Dreileben“ einen entlaufenen Triebtäter. Christian Petzold benutzte den Thüringer Wald als Bühne für ein tragisches Liebesmärchen. Dominik Graf interessierte sich mehr für die rauchende und Rotwein trinkende Profilerin und den Lebensstil der Mittelschicht als für den Täter. Bei Christoph Hochhäusler fielen dem Rezensenten dann die Augen zu. Prolovision ist halt doch nicht so anstrengend. F


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige