HOLLYWOOD

Zehn Jahre danach | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Als in New York die Zwillingstürme fielen, lief der erste Film zu den Geschehnissen bereits in den Kinos. Mit viel Bombast erzählte er, wie nach einem infamen Angriff das Terrain der USA nicht mehr unversehrt ist. Mit diesem Trauma mochte er sich nicht lange aufhalten, sein erzählerischer Elan konzentrierte sich rasch auf die Vergeltung, die die amerikanischen Streitkräfte üben mussten. Er spielte allerdings 60 Jahre früher und hieß "Pearl Harbor“.

Der Film war ein vorzeitiges Indiz für die Verlegenheit, in die der 11. September Hollywood bringen sollte: Den übermächtigen Nachrichtenbildern mochten die Filmemacher keine eigenen entgegensetzen. Auf den kassenträchtigen Triumphalismus des Blockbuster-Kinos wollten die Studios indes nicht verzichten.

So brach ein Jahrzehnt des gleichnishaften Erzählens an, das die Bedrohung Amerikas vorzugsweise ins Fantasy-Genre verlegte: "Krieg der Welten“, "The Happening“ und "Cloverfield“ entwarfen urban-apokalyptische Szenarien, die


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