KRIEG

Zehn Jahre danach | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Als die Türme des World Trade Center in sich zusammenbrachen, wurde Herfried Münkler, 60, zum Star. Schon Jahre zuvor hatte sich der Deutsche mit asymmetrischer Kriegsführung beschäftigt. Es findet sich weltweit kaum ein zweiter Politologe, der den Krieg gegen den Terror so kurzweilig, aber eingehend erklären kann.

Falter: Herr Münkler, wie hat der Anschlag auf das World Trade Center am 11. September vor zehn Jahren unser Bild vom Krieg verändert?

Herfried Münkler: Die Anschläge sind zum Symbol für eine neue Art von Krieg geworden. Sie haben einen Prozess, der sich vorher abseits der Öffentlichkeit vollzogen hat, schlagartig sichtbar gemacht. Die entscheidende Waffenqualität dabei liegt nicht mehr in der physischen, sondern in der psychischen Dimension von Zerstörung, in der Einbrennung bestimmter Bilder ins kollektive Gedächtnis einer Generation.

Die Medienberichterstattung über den Anschlag war also Teil der Planung?

Münkler: Die Medienwirkung war mitgedacht. Die Terroristen

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