Menschenrechte

Zehn Jahre danach | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Durch seine scharfe Kritik an der Bush-Regierung hat sich der österreichische Völkerrechtler Manfred Nowak, 51, der von 2004 bis 2010 UN-Sonderberichterstatter für Folter war, den Ruf eines "Mister Human Rights“ erworben.

Falter: Herr Professor Nowak, wie erklären Sie Ihrem siebenjährigen Sohn, was Menschenrechte sind?

Manfred Nowak: Menschenrechte sind Grundprinzipien über die Frage, wie Menschen miteinander umgehen, ob im Rahmen einer Familie, eines Staates oder eines Krieges. Dabei gilt die goldene Regel: Was du nicht willst, das dir angetan wird, das tu auch keinem anderen an.

Zugespitzt formuliert haben die USA diese Regel nach 9/11 ins Gegenteil verkehrt: Weil sich unsere Feinde nicht an die Menschenrechte halten, können wir diese uns im Kampf gegen sie auch nicht leisten.

Nowak: Genau das war das Fatale nach 9/11. In einer streitbaren Demokratie sollten Rechtsstaat und Menschenrechte stark genug sein, um nicht die eigene Werteordnung infrage zu stellen. In den USA war dies aber


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