Visualisierung

Zehn Jahre danach | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Die Kameras der TV-Stationen waren in den Morgenstunden des 11. September auf den brennenden nördlichen Turm des WTC gerichtet, als den Reportern ein spontanes "Oh“ entfuhr: Ein zweites Flugzeug schlug in den südlichen Turm ein. Dieser "Einbruch des Realen“ schockierte selbst Theoretiker der Simulation: Die brennenden Hochhäuser und verzweifelten Menschen mussten echt sein.

In einer von Bildern geprägten Gesellschaft ist nur jener Anschlag erfolgreich, der es auf die Titelseiten der Zeitungen und in die "Breaking News“ der TV-Programme schafft. Der zeitliche Abstand zwischen den beiden Crashs hatte Methode: So erreichten die Attentäter die größtmögliche Aufmerksamkeit.

"Oh my god!“, stöhnten die Reporter, als die Twin Towers schließlich einstürzten. Sie mussten sich von der Kamera wegdrehen und dem Geschehen zuwenden, um das zu sehen, was der Fernsehzuschauer zu Hause live verfolgte. "In einem so außergewöhnlichen Ereignis findet eine wechselseitige Steigerung von Wirklichkeit


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