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Zehn Jahre danach | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Der Tag bleibt unvergessen, aber wie bei allen unvergessenen Dingen ist nichts so ganz sicher. Die Redaktionssitzung zum Beispiel. Ich könnte nicht mehr sagen, ob sie eben zu Ende gegangen oder durch die Meldung beendet worden war. Sie war schon vorbei, sagt Nina Horaczek und erzählt, sie sei als Erste zu mir gekommen, weil sie eine Nachricht gesehen habe, dass ein Flugzug in das World Trade Center geflogen sei.

Es seien Palästinenser gewesen, habe man gemutmaßt. Ich hätte darauf geantwortet: Wenn das stimme, dann könnten sie den Palästinenserstaat vergessen. Nachrichtenquelle Nummer eins war noch nicht das Internet; Modems mit 56 kbit pro Sekunde waren State of the Art, von Netzwerk und DSL war keine Rede. Die Internetverbindungen brachen sofort zusammen. Smartphones gab es nicht, niemand checkte die Lage mit Blick auf den Handteller. Nur Fotograf Heribert Corn versuchte, jemanden in New York City per SMS zu erreichen.

Nachrichten waren zwangsläufig ein Gemeinschaftserlebnis. Alles


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