Liebe unter Wasser

Feuilleton | Zeitgeschichte: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Die Schauspielerin Dorothea Neff hat ihre jüdische Freundin vor den Nazis versteckt

Du bleibst bei mir: Der Satz klingt nach einer Drohung. Für Lilli Wolff bedeutete er die Rettung. Gemeinsam mit ihrer Freundin Dorothea Neff war die Kölner Modeschöpferin Ende Oktober 1941 gerade dabei zu packen.

Die Jüdin lebte in einer Sammelwohnung im zweiten Bezirk und bereitete sich auf die baldige Deportation vor. Nur 20 Kilo "Reisegepäck“ waren erlaubt; die beiden Frauen überlegten lange, was Wolff in den Rucksack packen sollte.

Da sagte Dorothea Neff den Satz, der alles ändern sollte: "Schluss damit, räum das Zeug weg, das ist alles unsinnig, du bleibst bei mir, jetzt und weiterhin.“ Die berühmte Volkstheaterschauspielerin ließ Wolff als "U-Boot“ in ihrer 130-Quadratmeter-Wohnung in der Annagasse untertauchen.

Um keinen Verdacht aufkommen zu lassen, fragte Neff in Wolffs alter Wohnung am nächsten Tag scheinheilig nach dem Verbleib der Freundin ("vielleicht meine beste schauspielerische


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