Salzsäure hilft gegen schmutzige Männerhintern

Feuilleton | Filmkritik: Joachim Schätz | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Prostitution als gelebter Alltag in drei Weltgegenden: Michael Glawoggers dokumentarisches Triptychon "Whores’ Glory“

Schön ist die Welt nicht immer bei Michael Glawogger, aber oft genug ist sie absurd fotogen. In ihren Dokus "Megacities“ und "Workingman’s Death“ haben der Regisseur und sein Kameramann Wolfgang Thaler die kinematografischen Valeurs von Moskauer Ausnüchterungszellen und Freiluftschlachtungen in Nigeria erkundet.

Wenn ihr neuer Film "Whores’ Glory“ in der Neonpracht eines Bangkoker Bordells anfängt, hat das was von einem provokanten Mission-Statement. Er wolle nicht in die übliche "Suada der Ausbeutung und des Menschenhandels“ einstimmen, gab Glawogger im Vorfeld über seinen "Hurenfilm“ (Untertitel) bekannt, sondern von Prostitution als gelebtem Alltag berichten.

Demonstrativ beginnt sein Film mit Szenen, in denen dieser Alltag verblüffend harmlos und erstaunlich glamourös aussieht: Junge Damen stecken beim Arbeitsantritt plaudernd Lochkarten in einen


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