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Die Konzertkatharsis

Lexikon | aus FALTER 36/11 vom 07.09.2011

Die Hamburger Band HGich.T finden viele Leute scheiße. Für andere sind sie so scheiße, dass sie schon wieder gut werden, und wir halten sie seit ihrem Ars-Electronica-Gig in der Linzer Stadtwerkstatt nur noch für gut. Von ihrem Hardcore-Goa-Wahnsinn hatten wir schon gehört, die dadaistischen Lyrics zu verstehen aufgegeben, uns für eine körperlich anstrengende Performance aufgewärmt. Jede Erwartung wurde aber übertroffen und selbst das trashigste Loveparade-Klischee ad absurdum geführt.

Bis auf den Sänger hat keines der bis zu zehn Bandmitglieder irgendetwas zu tun, sie konsumieren augenscheinlich Drogen, ziehen sich aus oder bemalen das Publikum mit Neonfarben. Diesem wird überhaupt einiges abverlangt, es werden Haare geschnitten oder das Mikro vors Gesicht gehalten, bis man Obszönitäten brüllt. "Ich bin euer Vater“, schreit der Tonangeber und versucht, einer Besucherin die Zunge in den Mund zu stecken. Ein absurder Spiegel für die Hedonismuskultur, eine kathartische Gehirnwäsche


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