Meinesgleichen Happy Feet und sein unhappy Peilsender

Falter & Meinung | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Es hatte so schön angefangen. Sogar im Falter brachte er es zu einer Nennung in der Rubrik "Gut“: Der Pinguin Happy Feet, entkräftet aufgefunden in Neuseeland, aufgepäppelt, getauft und mit einem Peilsender versehen, unter internationalem Mediengetöse auf die Reise zurück in die Antarktis geschickt, ist schon wieder in den Schlagzeilen. In Neuseeland war er in Lebensgefahr geraten, weil er Sand gefressen hatte. Pinguine, so lernten wir, fressen in der Antarktis Schnee, wenn es ihnen zu warm wird. In Neuseeland war der noch ungetaufte Kaiserpinguin nach dem gleichen Muster verfahren, hatte allerdings in Ermangelung von Schnee zum falschen Kühlmaterial gegriffen.

Veterinärmediziner retteten sein Leben. In der Zivilisation, so musste Happy Feet lernen, hat alles seinen Preis. Der Preis für die Rettung war ein Peilsender, den man ihm aufklebte. Und das internationale Medieninteresse, das ihn fortan verfolgen sollte. Nicht nur die Forschungscrew, die den Pinguin in die Nähe der Campbell-Inseln brachte und ihn aussetzte, hielt ihn unter Beobachtung. Im Internet konnte die Welt seine Reiseroute verfolgen. Keine Zeitung, die nicht begeistert berichtete. Nun ist der Peilsender von Happy Feet verstummt. Ein Hai habe ihn gefressen, mutmaßen jene Medien, die mit dem Grauen ihr Geschäft machen möchten. Der Peilsender könnte ihm einfach heruntergefallen sein, beruhigen die Veterinäre. Vielleicht hat er ihn selbst weggepickt. Auch Pinguine mögen ihr Privatleben.

Happy Feet

¦ Der Welt populärster Pinguin sieht auch nur aus wie ein Pinguin


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