Schwarze Ritter von trauriger Gestalt

Politik | Analyse: Barbara Tóth | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Schüssel ist weg, die Wiener Partei kaputt. Die Chancen für eine Neugründung der ÖVP standen nie besser. Theoretisch

Als treuer Christ und praktizieren der Katholik waren Michael Spindelegger die Zeilen dieses biblischen Klageliedes natürlich nicht fremd. "Ach Herr, wie zahlreich sind meine Feinde! Viele erheben sich gegen mich“, hallte es vergangenen Mittwoch bei der päpstlichen Generalaudienz über den Petersplatz in Rom. Der ÖVP-Chef saß neben seiner Frau in der ersten Reihe, als die Verse des Pslams 3 gelesen wurden: "Aber du, Herr, bist ein Schild um mich.“

Wieder zurück in Österreich, konnte Spindelegger einen Schutzherrn gut gebrauchen. Drei Tage später trat Wiens ÖVP-Chefin Christine Marek entnervt zurück, nicht ohne zuvor ihren Parteifreunden sinngemäß auszurichten, dass sie ein reformunwilliger, intriganter Haufen seien.

Erst eine Woche zuvor hatte Altbundeskanzler Wolfgang Schüssel seinen Abschied aus dem Parlament bekanntgegeben, ein Rückzug, der prompt als


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