Aufmunterungslektüre für zukünftige Wutbürger


Rezension: Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Diesen Sachbuchherbst dominieren schmale Büchlein für frustrierte Politikkonsumenten. Nicht alle liest man mit Erkenntnisgewinn

Wutbürger war der deutsche Begriff des Jahres 2010. Ursprünglich als Beschreibung für die rechtspopulistische Vereinigung "Bürger in Wut“ verwendet, übernahmen die deutschen Feuilletons dann jene Definition, die der deutsche Spiegel-Journalist Dirk Kurbjuweit prägte. Er beschrieb den Wutbürger beziehungsweise die Wutbürgerin als jemanden, der "mit der bürgerlichen Tradition“ gebrochen und "der Politik die Gefolgschaft aufgekündigt“ habe. Grund dafür seien die als Willkür empfundenen politischen Entscheidungen, Schlüsselerlebnis des "Wutbürgertums“ war Stuttgart 21, also die Proteste gegen das gleichnamige Bahnhofsprojekt.

Auch durch Österreich weht ein Hauch von Wutbürgertum, mangels eines Protestmekkas, das mit Stuttgart 21 vergleichbar wäre, bleibt es aber eher theoretisch und entlädt sich vor allem in Form einiger Bücher, die in diesem

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