Nachgesehen

Zu Besuch im Kindergarten, in dem sich Buben schminken

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Als Sandra Haas am 6. September einen Anruf von der Kronen Zeitung bekam, hat sie den Redakteur freundlich eingeladen. Er kam nicht. Trotzdem gab es am nächsten Tag eine Geschichte über ihren Kindergarten: Buben würden die Nägel lackiert bekommen und Mädchen zwicken und mit Autos spielen müssen, stand da.

Der Privatkindergarten Fun and Care im 15. Bezirk hat sich seit den 90ern auf geschlechtssensible Pädagogik spezialisiert. "Das hat aber nichts mit Zwicken oder Schminken zu tun, sondern soll den Kindern Freiheit in ihrem Handeln vermitteln“, sagt Kindergartenleiterin Haas. Vor allem werde darauf geachtet, dass auch männliche Pädagogen eingesetzt würden und die Kinder abseits von steifen Rollenbildern spielen dürften, womit sie eben gerade wollten. "Natürlich kann es sein, dass sich im Fasching mal ein Bub schminkt und vielleicht die Nägel lackiert“, sagt Haas. "Aber das ist wohl in jedem anderen Kindergarten auch möglich.“


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