"Der Regisseur ist nicht so wichtig, wie viele glauben“

Feuilleton | Porträt: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Der Ungar Kornél Mundruczó hat aus seinem wüsten Theaterstück "Das Frankenstein-Projekt“ einen leisen Film gemacht

Das Monster ist ein 17-jähriger Bursche namens Rudi. Der verschlossene, traurige junge Mann ist zu einem Filmcasting erschienen. Er soll vor der Kamera weinen, verzieht aber keine Miene. "Kannst du nicht weinen?“, fragt der Regisseur. "Ich weine ja“, sagt Rudi. Wenig später wird er drei Menschen umgebracht haben.

Das Monster, von dem Kornél Mundruczós Film "Tender Son - Das Frankenstein-Projekt“ handelt, ist nicht die Kreatur eines verrückten Wissenschaftlers, sondern ein junger Mensch, den das Leben deformiert hat. Über seine Vergangenheit erfahren wir nicht viel, nur dass er ohne Vater aufgewachsen ist. Erst jetzt lernt er ihn kennen. "Ich war erst 16, als du geboren wurdest“, rechtfertigt sich der Rabenvater. "Ich wollte keine Windeln wechseln, ich wollte Filme machen.“

Das Monster ist also der Regisseur, und gespielt wird er von Mundruczó selbst. "Ich


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