Abstimmungsschwankungen

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Der Burg-Start macht Stärken und Schwächen der Direktion Hartmann deutlich

Erek ist ein Wolf im Softiepelz. Der vollbärtige Architekt (Joachim Meyerhoff) hat im Haus seiner verstorbenen Eltern in Kopenhagen eine Kommune eingerichtet, aber schon bevor es losgeht, erleidet er den ersten Autoritätsanfall. "Wir sind eine Demokratie!“ brüllt er, und es klingt nach Diktatur.

Das Burgtheater eröffnete die Saison mit zwei Premieren im Akademietheater. Der dänische Filmemacher Thomas Vinterberg ("Das Fest“) brachte mit "Die Kommune“ sein zweites Theaterstück (nach "Das Begräbnis“) auf die Bühne, Direktor Matthias Hartmann inszenierte Heinrich von Kleists "Der zerbrochne Krug“. Die Stärken und Schwächen der Direktion Hartmann waren an diesem Wochenende kompakt versammelt.

Hartmann erweist sich erneut als Regisseur der Oberfläche. "Der zerbrochne Krug“ kann unter anderem als Parabel auf den Sündenfall oder als Ödipus-Parodie gelesen werden, Kleist-Exegeten kriegen da ganz feuchte


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