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Kurz besprochen: Ich - Tagebücher und (Auto-)Biografisches

Feuilleton | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Nobelpreisträger

Ingar Sletten Kolloen: Hamsun. Dt. v. Gabriele Haefs. Landt, 492 S., € 30,80

Viele Schriftsteller erreichen ein hohes Alter. Richtig genießen können es die wenigsten. Oft schwächelt das Werk, bisweilen werden auch die Einstellungen fragwürdig. Peinlichkeiten passieren. Der alte Salinger gab einer jungen Stalkerin nach, was sie verführte, aus ihrem Briefwechsel Kapital zu schlagen. Knut Hamsun (1859-1952) wiederum, Norwegens größter Dichter und Literaturnobelpreisträger, huldigte im hohen Alter Hitler. Im deutschsprachigen Raum ist man geneigt, Ingar Sletten Kolloens monumentale, in der Übersetzung leider gekürzte Biografie Hamsuns auf diese Facette zu reduzieren.

Tatsächlich zeichnet "Hamsun“ - in Norwegen ein Bestseller - das faszinierende Psychogramm eines Getriebenen, der in vielem widersprüchlich blieb. Hamsuns 93 Erdenjahre und seine sieben Dekaden umfassende Publikationstätigkeit bieten so viel Stoff, dass Kolloen immens verdichten musste. Das Resultat:


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