Buch der Stunde

Anarchie muss Spaß machen

Sebastian Fasthuber | Feuilleton | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Kleinverlage und verlegerische Großprojekte über einen längeren Zeitraum vertragen sich aus finanziellen Gründen normalerweise nicht gut. Der Verbrecher Verlag traut sich trotzdem und beginnt eine auf 15 Bände angelegte Ausgabe der Tagebücher, die Erich Mühsam (1878-1934) von 1910 bis 1924 führte. Mühsam zählt zu den bedeutendsten Anarchisten Deutschlands. Er war an der Ausrufung der Münchner Räterepublik beteiligt und saß danach fünf Jahre im Gefängnis. In der Nacht des Reichstagsbrandes wurde er wieder verhaftet und im Jahr darauf von den Nazis hingerichtet.

Und doch, wenn man seine Aufzeichnungen liest, muss es ein gelungenes Leben gewesen sein. Der Sohn jüdischer Eltern, der bürgerlich aufwuchs, wollte die Welt verändern und merkte, obwohl er schon als Jugendlicher schriftstellerische Neigungen zeigte, dass Worte dafür nicht genügen würden. Es ging ihm um die Anarchie in der Praxis, um ein Leben ohne spießbürgerliche Moral. Wie er das durchzog, darüber führte

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